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Geologie - Genese der Lagerstätte

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Genese der Lagerstätte

Während Stratigraphie und Tektonik weitgehend bekannt sind, ist die Genese der Lagerstätte weniger klar, vor allem in Beziehung zur Metallbringung. Die klassische Anschauung geht von einer rein metasomatischen Vererzung, präziser, von einer epigenetisch hydrothermalen Metasomatose aus. Fe, Mn und Mg Ionenreiche Lösungen wurden über große Abstände durch Kluftsysteme bis in die Kalke des heutigen Erzberges transportiert. Zwischen Kalken und Metallionen fanden Reaktionen unter Bildung von Siderit und Ankerit statt.

Diese Metasomatose gehört in dieser Vorstellung zur alpidischen Metallogenese. Die Theorie der alpidischen Metallogenese versucht eine Erklärung zu geben für die Lagerstättenbildung in den Ostalpen. Sie geht von einem zentralen Pluton unter den Hohen Tauern aus. Während der alpidischen Gebirgsbildung konnten sich die hydrothermalen Lösungen durch Kluftsysteme über sehr große Entfernungen verbreiten. Die Vererzung am Steirischen Erzberg sollte danach aus einer epigenetischen hydrothermalen Metasomatose bei niedrigen Temperaturen (bis ca. 200 C), entstanden sein.

Daß die Vererzung großräumig lagerförmig ist, wurde mit einer "selektiven Metasomatose" erklärt. Umwandlungsreaktionen verliefen in Richtung der größten Permaeabilität, wobei die Schieferzonen als Stauzonen wirkten.

Nach stratigraphischen und mineralogischen Untersuchungen am Erzberg und in der Lagerstätte Radmer-Buchegg, ist die Theorie der metasomatischen Bildung zur Zeit nicht mehr wahrscheinlich. Es wird im allgemeinen angenommen, dass die Siderite primärsedimentär gebildet wurden.

Der Fund von feinkörnigen gebänderten Sideriten in der Sideritlagerstätte Radmer-Buchegg (etwa 12 km westlich des Steirischen Erzberges), hat die Diskussion über die Frage der Genese wieder in Gang gebracht. Die feinkörnigen gebänderten Siderite (mit lagenförmiger Anreicherung von Pyrit, Quarz, Muskovit und kohliger Substanz), die in grobkörnige Siderite und Ankerite übergehen, werden gekennzeichnet von einer Wechsellagerung dreier chemisch unterscheidbarer Siderite im unteren Millimeter-Bereich. In Zusammenhang mit der gebänderten Struktur wird dies als ein Beweis für eine primär sedimentäre Bildung angesehen. Obwohl diese Reliktstrukturen am Erzberg nicht gefunden wurden, wird angenommen, dass die Siderite auch hier primär sedimentär entstanden sind. Mineralogische Untersuchungen von Ankerit und Sideritgesteinen des Steirischen Erzberges sind von A.Beran durchgeführt worden, und haben folgende Ergebnisse gebracht:

Die Vererzung, die großräumig lagerförmig und kleinräumig wolkig ist, besteht aus Ankerit und Siderit, die in stark wechselnder Intensität miteinander verwachsen sind.