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Geologie - Genese der Lagerstätte (Fortsetzung)

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Genese der Lagerstätte
Genese der Lagerstätte (Fortsetzung)
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Genese der Lagerstätte (Fortsetzung)

Ankeritgestein 1

  • Mittlere Korngröße ca. 0.2 mm, feinkörnig Fe arm, <10 % Fe
  • Mischreihe Dolomit/Ferrodolomit Durchwegs xenomorphe Körner
  • Sehr inhomogen zusammen gesetzt, Mg/Fe Ohne erkennbaren Kontakt mit Kalk oder Siderit

Ankeritgestein 2

  • Mittlere Korngröße ca. 0.2 mm, feinkörnig Fe reich, <18 % Fe
  • Homogen zusammengesetzt, Mg/Fe

Ankeritgestein 3

  • Mittlere Korngröße ca. 1 mm, spätig Fe reich, <18 % Fe
  • Homogen zusammengesetzt, Mg/Fe

Die Sideritgesteine werden durch einen einheitlichen Chemismus gekennzeichnet und sind durchwegs relativ Mg reich. Die Ankerite können als Geothermometer verwendet werden. Die Fe reichsten Ankerite sind dann bei Drücken von 2 bis 3 kbar und Temperaturen von ca. 400° C gebildet worden. Die Bildungstemperaturen der Ankerite mit mittleren und niedrigen Fe Gehalten sollten unter 350° C gelegen sein. Die Untersuchungen von Veränderungen an den Conodontenoberflächen durch G. Flajs, führten zu Bildungstemperaturen von über 300° C. F. Malakgasemi kommt nach Untersuchungen an sulfidischen Erzen des Erzberges, zu Bildungstemperaturen von 400° bis 500° C in den eisenreichen Ankeriten. Die Ergebnisse dieser drei Untersuchungen bringen eine vergleichbare Aussage über die Bildungstemperaturen, die für eine metasomatische Metallbringung zu hoch sind.

Für die Genese der Lagerstätte wird heute nachstehende Deutung angenommen: Mit dem langsamen Ausklingen der vulkanischen Aktivität kam es gleichzeitig zu einer kalkigen Schlammablagerung in einem Sedimentationsraum. Geochemische Unterschiede zwischen Hangend- und Liegend-Scholle lassen auf gewisse lokale Differenzierungen im Ablagerungsraum schließen.

Es wird angenommen, dass die Metallbringung und damit die Bildung von Siderit und Fe armen Ankeritgestein 1, synsedimentär bis syndiagenetisch erfolgte.

Nach einer Trockenlegungsphase, verbunden mit Erosion und Abtragung, kam es im Karbon zu einem abrupten Wechsel in den Ablagerungsbedingungen. Die Tonschiefer der Zwischenschiefer wurden, möglicherweise nach einer erneuten vulkanischen Aktivität, abgelagert.

Im Zuge der variszistischen Gebirgsbildung kam es bei Temperaturen von ca. 400° C zu einer Reaktion zwischen Ankeritgestein 1 oder Kalk und Siderit unter Bildung der Fe reichen Ankeritgesteine 2. Erosion setzte ein, manche Teile der kalkigen Abfolge erodierten bis zum Porphyroid herab.

Im oberen Perm wird das Gebiet neuerlich überflutet. Tonig- sandige Sedimente verkitteten die Erosionsprodukte zu Brekzien und Konglomeraten (Basisbrekzien), übergehend in Werfener Schiefer.

In der alpidischen Gebirgsbildung kam es zu einer Reaktion zwischen Kalk und Ankeritgestein 2 unter Bildung Fe haltiger Kalzite und zwischen Siderit und Ankeritgestein 2 unter Bildung der spätigen Fe reichen Ankeritgesteine 3 und der Fe haltigen Kalzite. Die verschiedenen Gebirgsbildungsphasen, mit Temperaturerhöhungen auf über 300° C, haben weiterhin noch eine leichte Metamorphose und metasomatische Erscheinungen bewirkt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass die Genese für die strukturell komplexe, inhomogene Vererzung verantwortlich ist.